Photography by Jonas Martin


Session 43

Wohlig und warm ergoss sich das im doppelten Sinne früsche Neue Jahr auf Pariser und den dortigen Salon. Neben der üblichen, duftenden Stallhitze wärmte uns bei der gestrigen Sitzung thekenkräftig meisterhaft aufgebrühter Tee-Aufguss mit dry-january-trotzendem optional bedürftigem Schuss Münder, Zungen und Gedärme und bereitete uns auf das anstehende Gebaren vor.

Erster Akt

Zunächst der unwiderstehliche Lebens- und Teekünstler Thommi Baake, ein charming Tausendsassa, Teesommelier und -genie, der uns multimodal mit Geschichten, Liedern, Anekdoten und Erfahrungen durch Etymologie, Variation, Geschmacksknospen und Leidenschaften von und über das herbale Heißgetränk und sanfte Pendant zu seinem aufgeputschten körnigen Bruder führte, uns Position in der täglichen schlürfigen T-oder-K-Dichotomie beziehen ließ und schlicht durch seine Liebe zu diesem Hals- und Gemütswärmer jeden Milliliter unseres Körperwassers zu ebensolchem werden ließ. Alles zum alkoholfreien Einem-im-Tee mit Tea-Time-Thommi unter www.thommisteatime.de.

Zweiter Akt

Nachdem der erste Aufguss aus-, der nächste zubeschusst und eingegossen ward, nahmen die Pariser Künstgierigen schon wieder Platz für den hauptamtlich musikalischen Teil des Abends, der unsere teegewordenen Venen erst recht köcheln und überkochen ließ, als Emilie Sandin – die „Taylor Swift Hannovers“ (Marcel Bidon-Benducci) – und ihre Band uns und unser emotionales Skelett mit einer Stimme wie alle erdenklichen Naturgewalten abwechselnd im besten Sinne schmelzen, gefrieren, verbrennen ließ, mal fassungverloren stumme, mal unkontrollierte Jubelschreie entlockte und uns ob der mehrebenen Wucht alle restlichen Vögelchen in Herz und Hirn abschoss. Steig ein in die emotionale Achterbahn unter Spotify, alle weiteren Infos, etwa zum Konzert am 14. Februar 2025 im Kulturpalast.